Es war ein weiter und sicherlich nicht einfacher Weg für Electronic Arts, doch im letzten Jahr hat sich die harte Arbeit ausgezahlt: Mit FIFA 09 dribbelte man der japanischen Konkurrenz von Konami nicht länger hinterher, sondern feierte erstmals einen Sieg über das qualitativ stagnierende PES. Deshalb lastet in diesem Jahr der Druck auf den Schultern von EA Sports, um der Favoriten-Rolle gerecht zu werden. Wir waren bei der ersten Enthüllung von FIFA 10 im Londoner Emirates Stadium dabei und haben auch in Los Angeles gekickt…
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Hohe Ziele
“In diesem Jahr will ich, dass wir die 90% knacken”, so EA Sports-Präsident Peter Moore in Anlehnung auf den Metacritic-Schnitt, den er für FIFA 10 anpeilt, nachdem sich dieser im vergangenen Jahr bei einer hohen Achtziger-Wertung eingependelt hat. Bei uns bekam FIFA 09 mit 85% im Test den ersten Gold-Award seit Jahren. Und jetzt will man den Sprung auf die 90 weltweit schaffen? Größenwahnsinnig? Realitätsverlust? Nein, denn im Anschluss merkt er selbst an, dass es gerade für eine jährlich erscheinende Sportspiel-Serie enorm schwer sei, dieses Ziel zu erreichen. Trotzdem ist Moore überzeugt davon, dass es FIFA schaffen kann. Zurecht? Das wird sich im Herbst zeigen! Bis dahin arbeiten die Entwickler weiter fleißig an diversen Baustellen, um das Spielgefühl zu verbessern. Dabei konzentriert man sich nicht nur auf die eigenen Ideen, sondern berücksichtigt auch die konstruktive Kritik der Presse und Fans.
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Mehr Freiheiten
Die erste große Neuerung betrifft die Steuerung: Waren in der Vergangenheit beim Dribbling lediglich acht Richtungen über den Analogstick möglich, genießt man in FIFA 10 die totale Freiheit bei 360 Grad. Daneben wird das “Skilled Dribbling” eingeführt, das mit der Schultertaste aktiviert wird und dem Spieler die Möglichkeit gibt, den Verteidiger geschickt zu umspielen. Außerdem will man die Zweikämpfe durch ein neues Kollisionssystem interessanter gestalten, das weniger vorhersehbar ist und damit die Jagd nach dem Ball, aber auch das Halten schwieriger macht. Zwar konnten wir die Feinheiten in dem etwa zu 45 Prozent fertig gestellten Code noch nicht ausprobieren, doch fühlt sich vor allem die 360 Grad-Steuerung in Kombination mit dem Skilled Dribbling bereits sehr gut an und auch im Bereich der Animationen hat man noch mal zugelegt.
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Verlässliche KI
Ein besonderes Augenmerk will man auf die KI legen, die sich deutlich besser auf die Aktionen des Spielers einstellen soll. Dazu wurden über 50 neue Bewegungszyklen hinzugefügt, in denen z.B. offene Lücken besser erkannt und geschlossen werden, während im Angriff die Laufwege mehr Variationen zulassen sollen. Dabei soll der Ball für jeden Spieler auf dem Feld im Mittelpunkt stehen und damit auch immer präsent im Blickfeld sein. Dies soll unglückliche Situationen verhindern, bei denen Mitspieler nicht ordentlich reagieren, weil sie z.B. mit dem Rücken zum Ball stehen. Gerade im Zusammenhang mit den neuen Laufroutinen soll auch das Passspiel schneller werden ablaufen als bisher. Bei der Annahme von hohen Bällen wird ab sofort nach der Devise vorgegangen, sie so früh wie möglich anzunehmen, wenn es sein muss, aber im Idealfall die sichere und kontrollierte Variante zu bevorzugen. Dies soll dazu führen, dass sich die Steuerung direkter anfühlt und der Spielverlauf dadurch flüssiger wirkt. Daneben sollen auch die hohen Pässe in die Tiefe, die noch ein Problemkind bei FIFA 09 waren, deutlich verbessert werden. Ihr hört schon: Soll, soll, soll – wie viel man davon praktisch umsetzt, kann erst eine ausführliches Spielen der fast finalen Fassung zeigen. Um noch mehr Dynamik einzubringen, sind außerdem auch schnelle Freistöße möglich, mit denen man seine Gegner überrumpeln kann. Die Trainings-Arena ist ebenfalls wieder enthalten, doch geht es hier sofort und ohne störende Ladezeiten auf den Platz.
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Aufmerksamer Torhüter
Ein gutes Fußballspiel steht und fällt mit dem Torhüter. Aus diesem Grund wollen die Entwickler diesem wichtigen Bereich sehr viel Aufmerksamkeit widmen und versprechen viele Verbesserungen für den letzten Mann zwischen den Pfosten. So soll er u.a. besser einschätzen können, wann er sich einem freien Ball nähern soll und bei welchen Schüssen er auf eine Parade oder eine Reaktion verzichten kann. Dadurch sollen nervige Situationen verhindert werden, bei denen der Torhüter noch pariert und dem Gegner unter Umständen eine Ecke beschert, obwohl der Ball eindeutig ins Aus gegangen wäre. Zudem soll er geistesgegenwärtiger reagieren, wenn ein gegnerischer Stürmer nahezu unbedrängt auf den Strafraum zurennt. In diesem Fall kommt der Keeper früh genug aus dem Tor und baut sich vor dem Angreifer mit weit ausgestreckten Armen breit auf. Auch die unglückliche FIFA-Krankheit, dass der Torhüter den Ball beim Abwurf ungewollt direkt vor die Füße des lauernden Stürmers spielt, haben die Entwickler auf der Liste an Punkten, die verbessert werden sollen. Viele Spieler haben sich außerdem zurecht darüber beklagt, dass ungewöhnlich oft bei Torschüssen die Latte getroffen wird – ein Umstand, der bei FIFA 10 ebenfalls der Vergangenheit angehören soll.
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Der neue Hoeneß?
Für alle, die sich in der Haut eines aktiven Fußballers nicht ganz so wohl fühlen und lieber im Hintergrund die Strippen ziehen, will EA auch den Manager-Modus sehr viel attraktiver gestalten. So werden die Partien jetzt für jede einzelne Minute genau berechnet und sorgen so für ein sehr viel realistischeres Erlebnis. Daneben sollen sich auch die Spieler in den Bereichen Können sowie mentaler und körperlicher Fitness glaubhaft weiterentwickeln, während die Transfers ebenfalls authentischer wirken und sich besser an dem bestehenden Prestige, der Mannschafts-Charakteristik und den finanziellen Mitteln der Clubs richten sollen. Je nach Wichtigkeit der anstehenden Partie rotiert die KI sogar die Formationen und Aufstellungen, um sich ideal auf das Spiel einzustellen. Insgesamt planen die Entwickler 50 Verbesserungen, um den Manager-Modus interessanter zu gestalten und auch hier die packende Fußball-Atmosphäre einzufangen.
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Erster Eindruck
EA macht bei FIFA 10 genau dort weiter, wo man mit FIFA 09 aufgehört hat: Vor allem die neue 360 Grad-Steuerung und das Skilled Dribbling sind schon jetzt bei einem Code, der nur zu knapp 50% fertig gestellt ist, ein spürbarer Schritt nach vorne. Doch auch die vielen kleinen Verbesserungen und Optimierungen – vor allem im Bereich der KI – zeigen, dass man sich nicht auf den Lorbeeren der letzten Saison ausruhen, sondern die Serie noch weiter voran bringen möchte. Ich war positiv überrascht, wie rund sich diese frühe Version bereits anfühlt. Sollten die Entwickler die geplanten Features so umsetzen können, wird die Konkurrenz aus Japan hart kämpfen müssen, um hier mithalten zu können. Aber Vorsicht: Bisher lässt sich noch lange nicht abschätzen, ob FIFA 10 tatsächlich in Platin-Sphären vorstoßen kann, wie es sich EA Sports-Präsident Peter Moore gerne wünscht. Dafür sind noch zu viele Fragen offen. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass uns hier ein exzellentes Fußballspiel bevorsteht, das schon nach dem ersten Anspielen das Zeug hat, seinen sehr guten Vorgänger zu übertreffen!
Ersteindruck: sehr gut
Und die Ersten Bilder:

Quelle: www.4players.de
