Als Reflex auf den müden Sommer-Kick in Rheine (5:1) will der am Sonntagabend deutlich angesäuerte Jürgen Klopp (42) seine Ankündigung nicht verstanden wissen, “das”, sagt er, “wäre Schwachsinn. Diese Tests haben einen überschaubaren Wert. Deshalb machen wir intern kein Fass auf.”
Wenn der Dortmunder Trainer seinen Profis aber trotzdem eröffnet, dass er ihnen im Trainingslager von Donaueschingen (bis 16. Juli) “wahrscheinlich keinen freien Tag” spendieren wird, deutet das auf “sehr intensive Arbeit” hin. Vor allem das “Einleiten und Verfeinern der taktischen Abläufe” hat Klopp auf den Stundenplan gesetzt.
Sebastian Kehl (29), den der Coach als Kapitän und damit als “Kopf der Mannschaft” bestätigt hat, wird dabei weiterhin nur dosiert mitwirken können. Inzwischen nach eigenem Bekunden “ein wenig genervt” davon, dass ihm als Folge seiner Leisten-Operation (kicker vom 2. Juli) bisher keine Sprungkraftübungen, keine extremen Tempoverschärfungen und keine knackigen Zweikämpfe möglich sind, hofft Kehl jetzt auf volle Belastbarkeit am Ende dieser oder Anfang nächster Woche. Klopp kann in der Teil-Absenz seines wohl wichtigsten Spielers “nichts Schlimmes” erkennen; dessen körperliche Verfassung nach dem Eingriff an beiden Leisten sei “völlig normal”.
In der Maschine, die die Dortmunder Delegation am Mittwochnachmittag zum Schwarzwald-Flughafen Lahr transportierte, saß Kehl – und Giovanni Federico (28) schon nicht mehr. Der zuletzt von einem halbjährigen Intermezzo als Gastspieler in Karlsruhe zurückgekehrte Mittelfeldmann, für den die Borussia weder eine Rückennummer noch einen Platz auf dem offiziellen Mannschaftsfoto hatte, verhandelt mit Zweitligist Arminia Bielefeld über einen Wechsel. Obwohl Federicos (mit etwa 700 000 Euro pro Saison dotierter) Vertrag noch ein Jahr läuft, lässt Dortmund ihn ablösefrei ziehen. Das bestätigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (50) auf Anfrage.
Den Aufenthalt in Donaueschingen wird Watzke nutzen, um die im kicker (Ausgabe vom 8. Juni) angekündigte Vertragsverlängerung von Sportdirektor Michael Zorc (46) auf den Weg zu bringen. “Wir werden in Donaueschingen ein erstes Gespräch führen”, verrät der BVB-Boss. Zweifel daran, dass Zorc seine leitende Funktion über das bisher fixierte Vertragsende (Juni 2010) hinaus ausüben wird, bestehen derzeit auf beiden Seiten keine.
Thomas Hennecke
Quelle: Kicker Online


